Lebzeitige Absicherung in Österreich

Zu einer guten Nachfolgeregelung gehört auch persönliche und finanzielle Absicherung zu Lebzeiten. Die verschiedenen Lebensbereiche können durch eine Vorsorgevollmacht, eine Patientenverfügung und einen Ehevertrag abgedeckt werden.

Vorsorgevollmacht

Mit einer Vorsorgevollmacht kann man einen Vorsorgebevollmächtigten bestimmen, und vermeidet so die gerichtliche Bestellung eines Erwachsenenvertreters (früher „Sachwalter“ genannt). Eine Vorsorgevollmacht kann vor einem Rechtsanwalt, einem Notar oder einem Erwachsenenschutzverein errichtet werden. Sie wird im Österreichischen Zentralen Vertretungsverzeichnis registriert. Sie erwächst erst in Wirksamkeit, wenn der Vollmachtgeber die Entscheidungsfähigkeit verliert („Vorsorgefall“), was durch ein ärztliches Zeugnis bescheinigt werden muss. Dann erhält der Bevollmächtigte eine Bestätigung ausgestellt, mit der er den Vollmachtgeber im Geschäftsverkehr vertreten kann. Die Vorsorgevollmacht kann entweder die umfassende Bevollmächtigung mit sämtlichen Agenden oder nur die Vertretung in bestimmten, genau definierten Bereichen umfassen.

Eine Mittelstellung zwischen der Vorsorgevollmacht und der gerichtlichen Bestellung eines Erwachsenenvertreters nimmt die „gewählte Erwachsenenvertretung“ ein: Ist die Entscheidungsfähigkeit bereits so beeinträchtigt, dass man eine Vorsorgevollmacht nicht mehr errichten kann, ist man aber noch fähig, die Bedeutung und Folgen einer Bevollmächtigung in Grundzügen zu verstehen, kann man eine nahe stehende Person als Erwachsenenvertreter auswählen. Auch dies muss vor einem Rechtsanwalt, einem Notar oder einem Erwachsenenschutzverein erfolgen. Geschäfte, mit denen der gewählte Erwachsenenvertreter betraut wird, umfassen typischerweise die Verwaltung des Vermögens und den Abschluss von Heimverträgen.

Patientenverfügung

Autonomie für den Krankheitsfall kann mit einer Patientenverfügung bewahrt werden: Man ordnet an, dass man bestimmte ärztliche Behandlungen ablehnt, und bestimmt so, was für den Fall, dass man sich nicht mehr äußern kann, geschehen soll (beispielsweise die Ablehnung von lebensverlängernden Maßnahmen, wenn man im Koma liegt). Damit eine Patientenverfügung „verbindlich“ ist, also von den behandelnden Ärzten befolgt werden muss, muss sie vor einem Rechtsanwalt, Notar oder einem rechtskundigen Mitglied einer Patientenvertretung errichtet werden, eine dokumentierte ärztliche Belehrung muss vorangehen. Sodann erfolgt die Registrierung im Patientenverfügungsregister.

Ehevertrag

Mit einem Ehevertrag kann vom gesetzlichen Güterstand der Gütertrennung samt Aufteilung des ehelichen Gebrauchsvermögens und der ehelichen Ersparnisse im Scheidungsfall abgewichen werden: So kann einerseits während aufrechter Ehe Gütergemeinschaft vereinbart werden. Andererseits kann die Aufteilung im Scheidungsfall soweit zulässig ausgeschlossen werden. Auch Ehegattenunterhalt und Unterhaltsansprüche für den Fall der Scheidung können in einem Ehevertrag geregelt werden. In erbrechtlicher Hinsicht kann ein Ehevertrag einen wechselseitigen Erb- und Pflichtteilsverzicht oder umgekehrt ein Ehegattentestament, einen Erbvertrag oder die die Vereinbarung einer Gütergemeinschaft auf den Todesfall beinhalten.

Vermögensnachfolge

Die Gründe, die eigene Vermögensnachfolge zu regeln sind unterschiedlich und immer individuell. Wir beraten Sie gerne und sorgen dafür, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind.

Testament und Erbvertrag

Wollen Sie Ihre Nachfolge nicht der gesetzlichen Erbfolge und damit dem Zufall überlassen, so müssen Sie selbst aktiv werden und ein Testament oder einen Erbvertrag errichten.

Vermögensübergabe & Steuern

Genaue Kenntnisse des Steuerrechts und deren Umsetzung im Rahmen von Testamenten oder lebzeitigen Übertragungen sind das Fundament jeder Vermögensnachfolge.