Testament und Erbvertrag in Österreich

Will man von der gesetzlichen Erbfolge abweichen, muss man selbst aktiv werden und ein Testament errichten. Vertraglich bindende Wirkung entsteht mit einem Erbvertrag oder einer Schenkung auf den Todesfall. Es sind jedoch umfangreiche Formvorschriften zu beachten.

Einzeltestament

Mit einem Testament kann der Erblasser von ihm gewünschte Personen als Erben einsetzen. Er kann ihnen auch bestimmte Vermögensgegenstände hinterlassen. Dann spricht man von einem Vermächtnis. Eine Schranke gibt es lediglich insoweit, als die Pflichtteilberechtigten in jedem Fall den Pflichtteil erhalten müssen. Ein Testament kann jederzeit widerrufen, ergänzt oder abgeändert werden.

Die gebräuchlichsten Testamentsformen sind das eigenhändige und das fremdhändige Testament. Das eigenhändige Testament muss vom Erblasser handschriftlich verfasst und eigenhändig unterschrieben werden. Ein fremdhändiges, also mit Computer oder Schreibmaschine geschriebenes Testament, bedarf zusätzlich zur eigenhändigen Unterschrift des Erblassers samt eigenhändiger Bekräftigung des letzten Willens der Unterfertigung durch drei Testamentszeugen, die nicht selbst bedacht sein dürfen. Diese Testamentszeugen müssen direkt auf der Urkunde unterschreiben und identifizierbar sein, sodass deren voller Name und Geburtsdatum beigefügt werden sollten.

Obwohl keine Formvoraussetzung, ist es empfehlenswert, ein Testament im Testamentsregister der österreichischen Rechtsanwälte oder Notare registrieren zu lassen. Dies stellt sicher, dass es in der Verlassenschaftsabhandlung aufgefunden und berücksichtigt wird.

Gemeinsames Testament

Ein gemeinsames Testament kann nur von Ehegatten und eingetragenen Partnern errichtet werden. In diesem können sie sich selbst oder dritte Personen als Erben einsetzen. Ein solches Testament ist auch einseitig widerrufbar.

Erbverträge

Ehegatten und eingetragenen Partnern steht auch das Instrument des Erbvertrages offen. Dieser entfaltet – im Gegensatz zu einem Testament, das jederzeit abgeändert werden kann – bindende Wirkung. Er ist nur aus allgemeinen vertragsrechtlichen Gründen, beispielsweise wegen Irrtums, anfechtbar. Der Erbvertrag muss in Notariatsaktsform abgeschlossen werden. Er darf nicht das ganze Vermögen der Vertragspartner umfassen: Ein Viertel muss nämlich „frei bleiben“. Über dieses kann testamentarisch verfügt werden. Andernfalls unterliegt es der gesetzlichen Erbfolge.

Schenkung auf den Todesfall

Eine Mittelstellung zwischen letztwilligen Verfügungen und Rechtsgeschäften unter Lebenden nimmt die Schenkung auf den Todesfall ein. Dabei handelt es sich um einen Schenkungsvertrag, der unter der aufschiebenden Bedingung des Todes des Geschenkgebers steht. Er muss als Notariatsakt errichtet werden und darf kein Widerrufsrecht – das ansonsten bei Schenkungen vereinbart werden kann – enthalten. Ein Schenkungsvertrag auf den Todesfall kann zwischen beliebigen Personen abgeschlossen werden. Ein Viertel des Vermögens des Geschenkgebers muss wiederum „frei bleiben“.

Vermögensnachfolge

Die Gründe, die eigene Vermögensnachfolge zu regeln sind unterschiedlich und immer individuell. Wir beraten Sie gerne und sorgen dafür, dass alle Komponenten optimal aufeinander abgestimmt sind.

Lebzeitige Absicherung

Ein gute Nachfolgeregelung beinhaltet immer auch die persönliche und finanzielle Absicherung zu Lebzeiten. Profitieren Sie von unserer Kompetenz und vereinbaren Sie einen Beratungstermin.

Vermögensübergabe & Steuern

Genaue Kenntnisse des Steuerrechts und deren Umsetzung im Rahmen von Testamenten oder lebzeitigen Übertragungen sind das Fundament jeder Vermögensnachfolge.