Vermögensübergabe & Steuern in Österreich

Österreich kennt keine Erbschafts- und Schenkungssteuer. Enthält die Erbmasse Liegenschaften, fällt jedoch Grunderwerbsteuer an. Der Verkauf einer geerbten Immobilie kann Immobilienertragsteuer auslösen. Nicht zuletzt aus diesem Grund ist die Übertragung des Vermögens schon zu Lebzeiten überlegenswert.

Grunderwerbsteuer und Immobilienertragsteuer

Erbt man Immobilien (Grundstücke, Einfamilienhäuser, Eigentumswohnungen etc.) bzw. erhält man diese geschenkt, löst dies in Österreich Grunderwerbsteuer aus. Die Grunderwerbsteuer beträgt 3,5 % des Verkehrswertes. Bei nahen Verwandten, insbesondere zwischen Eltern und Kindern sowie Ehegatten und eingetragenen Partnern, greift jedoch der ermäßigte Stufentarif.

Verkauft man eine (auch geerbte oder geschenkte) Immobilie, fällt Immobilienertragsteuer an. Diese beträgt 30 % des Veräußerungsgewinns (also Veräußerungserlös abzüglich Anschaffungskosten). Bei Immobilien, deren letzter entgeltlicher Erwerb vor dem 31.3.2002 stattgefunden hat („Alteigentum“), können pauschalierte Anschaffungskosten herangezogen werden, was zu einer Steuer in Höhe von 4,2 % des Veräußerungserlöses (also im Regelfall des Kaufpreises, den man mit der Immobilie lukriert hat) führt.

Eine Befreiung von der Immobilienertragsteuer liegt jedoch vor, wenn man an der Immobilie länger als zwei Jahre vor der Veräußerung bzw. länger als fünf Jahre innerhalb der letzten zehn Jahre vor der Veräußerung seinen Hauptwohnsitz hatte. Diese Befreiung gilt aber nur für den Eigentümer persönlich und nicht für seine Erben (soweit sie nicht selbst dort ihren Hauptwohnsitz hatten).

Schenkungsmeldung

Werden bewegliche Gegenstände oder Geldvermögen geschenkt und dabei bestimmte Freibeträge (nämlich 50.000 EUR pro Jahr bei nahen Verwandten und Ehegatten / eingetragenen Partnern und 15.000 EUR pro Jahr bei anderen Personen) überschritten, ist eine Schenkungsmeldung nach dem Schenkungsmeldegesetz vorzunehmen. Dies löst keine Besteuerung aus, sondern dient lediglich der Erfassung durch den Fiskus. Das Unterlassen der Schenkungsmeldung stellt allerdings ein Finanzdelikt dar.

Übertragung des Vermögens zu Lebzeiten

Man kann sein Vermögen den Kindern bzw. den Personen, die man bedenken möchte, auch schon zu Lebzeiten zu übertragen. Dies kann insbesondere in Form von Schenkungsverträgen geschehen, wobei sich der Erblasser durch Wohnrechte, Fruchtgenussrechte und Belastungs- und Veräußerungsverbote, die im Grundbuch eingetragen werden, umfassend absichern kann. Benötigt der Erblasser die Immobilie umgekehrt nicht mehr selbst zu Wohnzwecken, so kann er diese aber auch verkaufen, und den Erlös seinen Kindern zuwenden. Das hat den Vorteil, dass auf Grund der Hauptwohnsitzbefreiung für den Erblasser keine Immobilienertragsteuer anfällt, und die Schenkung des Verkaufserlöses an die Kinder ebenfalls keine Besteuerung auslöst.

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Testament und Erbvertrag

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Gerichtliches Verfahren

Das Erbschaftsverfahren ist in Österreich sehr formalistisch ausgestaltet: Der Erbe kann den Nachlass nicht einfach in Besitz nehmen. Gerne stehen wir Ihnen dabei beratend zur Seite.